21. bis 24. Februar 2007

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Die Bands:

Mittwoch, 21.02.2007

Duygunun Renkleri - Lyrisch-türkischer Folkrock
"Farben der Gefühle" nennt sich diese junge türkisch-deutsche Band aus dem Raum Ludwigsburg/ Esslingen/Stuttgart, die sich seit acht Jahren aus dem Teamwork des Gitarristen und Sängers Nazim Sabuncoglu und seines ebenfalls singenden und Saz spielenden Kollegen Hüseyin Temiz allmählich herauskristallisiert hat.
Der metallene Sound der Langhalslaute, die ruhig fließenden Zwischenspiele der Violine von Deniz Dag sowie die Rhythmusabteilung von Andreas Lembke (Bass), Christoph Santiago (Drums) und der Perkussion von Matthias Lechner verschmelzen zu einem orientalischen Folkrock mit stark lyrischer Färbung. Sabuncuoglus und Temiz" Stimmen vermitteln einfühlsam zwischen den geschmeidigen Arabesken der türkischen Popmusik und einer westlichen Rock-Attitüde, das west-östliche Gefüge bekommt durch Rhythmen auf der Djembe einen leichten Afro-Touch. "Eine Einheit der Gefühle zu vermitteln unabhängig von der Herkunft der Zuhörer" - so die Philosophie des Sextetts. zurück | nach oben
Xiaomei - Chinas Geige trifft den Westen
Traditionen aus dem Reich der Mitte mit Pop und der Klassik des Abendlandes unter einen Hut zu bringen - damit hat die Chinesin eine fulminante Dreiecksbeziehung geschaffen: Im Vordergrund steht dabei die Erhu, Chinas zweisaitige Kniegeige, die mit ihrem schmelzenden Sound eines der Instrumente ist, die der menschlichen Stimme weltweit am nächsten kommen.
Xiaomei erlernte die Kunst der Erhu-Beherrschung bei ihrem Vater und auf der Musikhochschule Peking, war mehrere Jahre Mitglied der Pekinger Oper, mit der sie weltweit tourte. Seit 1990 lebt die Künstlerin in Mannheim und hat aus den Klangerfahrungen in der neuen Heimat mit wechselnden Mitstreitern außergewöhnliche Sounds entwickelt. Hightech trifft auf die alten Melodien des Kaiserreiches, Synthesizer auf die Resonanz des Erhu-Körpers aus Schlangenhaut. Neben ihren Pop-Synthesen arbeitet Xiaomei auch in verschiedenen Klassikprojekten, so etwa mit Mitgliedern des Orchesters des Nationaltheaters Mannheim, die auf ihrer neuesten CD zu hören sind. Weitere Betätigungsfelder der vielseitigen Exilantin sind Kompositionen für Werbspots und für Musiktherapie. Begleitet wird Xiaomei von Prof. Roland Kuntze (Violoncello), Andreas Bartsch (Bratsche), Scott Faigen (Klavier) und Xin Xin Zhang (Gesang). zurück | nach oben
European Brasil Project - Gipfeltreffen von Alter und Neuer Welt
Sie kommen aus Deutschland, Frankreich, Italien und Polen - und haben sich doch auf die Fahnen geschrieben, der brasilianischen Musik zu huldigen. Dies allerdings nicht losgekappt von den eigenen Wurzeln: In die Kompositionen des Projects fließen mediterrane und östliche Farben, die Vokabeln eines europäisch getönten Jazz ein.
Initiiert vom umtriebigen Stuttgarter Perkussionisten und Drummer Hans Fickelscher entsteht so ein vielfarbiges Repertoire: Jazzsängerin Silke Straub aus Bad Kissingen bringt ihre wendige Vokalkraft ein, der französische Mundharmonika-Spieler Olivier Ker Ourio verleiht den Melodien einen lebhaften Dreh. Pianist Peter Fulda, souverän und harmonisch erfindungsreich, kann auf Kollaborationen mit Charlie Mariano zurückblicken. Und mit dem abwechslungsreichen Schlagwerker Bodek Janke sowie dem sanglichen Bass von Franco Petrocca haben sich zwei hochklassige Musiker zu Fickelschers Rhythmusgebung gesellt. Bossa-Flair, flinke sowie balladeske Jazznummern und überraschende Solo-Einlagen - all dies neugeschöpft und geerdet in der Alten Welt. zurück | nach oben
Anne Wylie Band - Crossover-Keltin
Als engagierte Vorkämpferin für moderne keltische Musik in Deutschland ist Anne Wylie seit mehr als fünfzehn Jahren unterwegs. Die Irin verknüpft traditionelle irische Melodien mit einem modernen Songwriting, das seine Fertigkeiten auch aus Rock und Jazz bezieht. Mit der charakterstarken Färbung der gälischen Worte auf der einen, den treibenden impulsiven Arrangements auf der anderen, schafft Wylie eine Brücke aus der Mythenwelt hinüber ins Hier und Jetzt.
Um ihre mal sanfte, dann wieder robust-weibliche Stimme herum agieren der Saitenmeister Florian King, der sowohl klassische Gitarre als auch Bouzouki oder Stromgitarre ins Arrangement einflicht, und der clever groovende Bass- und Cello-Spieler Henrik Mumm. Zuwachs hat die Band nun vom langjährigen Sideman von Mari Boine bekommen, der Norweger Helge Norbakken, der mit ausgetüftelter, sowohl nordisch als auch afrikanisch angetupfter Rhythmik die Songs bereichert. Die vielen Facetten der Anne Wylie Band zeigten sich in jüngerer Zeit auch in dem Klassik-Crossover-Projekt "Celtic Symphony" , das unter anderem mit den Stuttgarter Philharmonikern realisiert wurde. zurück | nach oben
Diwan - Neue Sounds vom arabisch-afrikanischen Schnittpunkt
Der Sudan ist in vielerlei Hinsicht ein Knotenpunkt der Kulturen. Arabische Tonsysteme treffen hier auf die Rhythmen Schwarzafrikas, das Vokabular des Blues und Jazz auf die Folklore des Nilufers, der Steppen- und Wüstenregionen. Das Konstanzer Quintett Diwan um den Exil-Sudanesen Mohamed Badawi schöpft aus dem Reichtum des größten afrikanischen Landes und formt es zu einer neuen Sprache. Badawi, der aus einer Sufi-Familie stammt und 1984 emigrierte, leitet mit Gesang, Oud und verschiedenen Perkussionsinstrumenten durch seine Arrangements, die vom Saxofonisten Volker Wagner, in orientalischen Farben versiert, mit lebendigen Improvisationen erfüllt werden. Erweitert wird der schillernde Orient-Okzident-Klang durch Paul Amrod, der eine Ausbildung bei Leonard Bernstein genießen konnte und ein weites Terrain zwischen Klassik und Jazz befahren hat, die englische Cellistin Andrea Bennett, die an der Jungen Oper des Stuttgarter Staatstheaters wirkt und den Geiger Johannes Grütter, ebenfalls Grenzgänger zwischen philharmonischen und jazzigen Aktivitäten. Mal eher arabesk, mal fast in europäischer Melodik schwelgend entführt das Ensemble in eine hierzulande noch recht unbekannte Welt  und setzt in Zeiten des sogenannten Kampfes der Kulturen auf Aussöhnung und Miteinander der Stile und Glaubensrichtungen.
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Rózsák - Slawischfarbene Frauenpower
Natürlich sind die Rosen (so der ungarische Bandname auf Deutsch) allesamt Frauen - und gleich vier an der Zahl.
Bereits vor fast 20 Jahren fanden sich die Damen aus der Stuttgarter Theater- und Kunstszene zusammen, um sich mit Herzblut der mündlich überlieferten Musik des östlichen Europas zu verschreiben.
Im Zentrum stehen die Traditionen der Sinti und Roma, doch das Repertoire greift weiter aus auf die Volkslieder und -tänze Ungarns, Russlands und Rumäniens. Fröhliche Brautlieder, die Wehmut des Liebesleidens, wirbelnde Sirbas und Csárdás, ein Besuch bei Dracula in den Karpaten - Stationen einer Rundtour durch slawische Gefilde, in der der virtuose, feurige Bogenstrich von Katharina Wibmer und die expressive Stimme Sigrun Kilgers die Führung übernehmen. Hinzu treten Petra Jänschs seelenvolles Akkordeon und Monika Nubers einfühlsames Bass-Fundament. Osteuropa aus deutscher Perspektive - authentisch, bittersüß und leidenschaftlich. zurück | nach oben

Donnerstag, 22.02.2007

Cántaro - Latin-Klänge aus dem Herzen Schwabens
Vom Herzen des Schwabenlandes aus die Farben Lateinamerikas neu zu mischen - ein Kunststück? Nicht so für das Quintett um den gebürtigen Chilenen und Wahltübinger Sergio Pinto Basili, das 2003 als Abspaltung aus der allseits geschätzten Grupo Sal an den Start ging.
Pintos Saitenzauber auf Gitarre, Cuatro und Tres verbündet sich mit kammermusikalisch-balladesken bis folkig-tänzerischen Tönen - er kreiert sie zusammen mit Wolfgang Reicherts warmem und virtuosem Cello, Stephan Pitschs Pianophrasen zwischen Jazz und afrokubanischem Vokabular und einem vielgesichtigen Rolf Nill, der perkussive Akzente zwischen Rock, Afro und Latin setzt. Vokales Zentrum der Band ist die temperamentvolle Sängerin Eva Leticia Padilla: Durch ihre Wurzeln in Mexiko, Puerto Rico und New York ist sie in der Lage, einen stimmgewaltigen Funkenschlag zwischen hitziger Fiestalaune, melancholischen Anleihen bei den Cantautores Südamerikas und einem eleganten Akustik-Pop zu fabrizieren. Die Poesie eines Pablo Neruda, treibende Salsa-Rhythmik, Tupfer von Tango und Rumba-Rasanz verknüpfen sich in den Eigenkompositionen Cántaros zu einem charakterstarken Eigen-Sound.
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Jontef - Klezmer zwischen Tanz und Lyrik
Seit fast 20 Jahren spielen die vier Tübinger in der obersten Liga der deutschen Klezmer-Ensembles.

Um jiddisches Lebensgefühl in all seinen Schattierungen einzufangen und kunstvoll auf die Bühne zu bringen, strebte das Quartett von Beginn an eine Synthese aus Instrumentalmusik, Tanz, Lyrik und Erzählung an.

Eine Glücksbesetzung für dieses breit angelegte Konzept ist der Schauspieler und Sänger Michael Chaim Langer - seine Entertainment-Qualitäten werden umrankt vom überschäumenden Ausdruck der Klarinette von Joachim Günther sowie seinem versonnenen Akkordeonspiel, der Herzblut-Violine von Wolfram Ströle und dem einfallsreichen Fundament des Bassisten Peter Falk. Jontef erzählt fesselnd von jüdischen Schicksalen zwischen Osteuropa und der Neuen Welt, bringt Eigenes und Traditionelles, etwa vom legendären Mordechaj Gebirtig zusammen, lädt mal zum ausgelassenen Tanzbeinschwung mit Frejlachs oder Bulgars, berichtet eindrücklich von den dunklen Kapiteln jüdischer Geschichte. In einem neuen Programm vereinen sie die Welt der Shtetl mit Neuvertonungen von Heine-Gedichten. zurück | nach oben
Russudan Meipariani & Ensemble - Georgia Goes Global
"Georgische Landschaften, Menschen und Gesänge" , so sagt sie, " leben in all meiner Musik weiter, obwohl ich vor vielen Jahren aus meiner Heimat fortgegangen bin." Russudan Meiparianis Weg schien schon vorgezeichnet, als man sie im zarten Kindesalter auf eine Musikförderschule schickte, um eine Konzertpianistin aus ihr zu machen.
Doch die Heranwachsende rebellierte - und entwickelte mit Klavier und lautmalerischer Stimmkunst eine eigene Sprache in improvisierten Liedern, die sie mit fantasievollem Silben-Fabulieren füllt: Neckisch tirilierend und aufmüpfig jauchzend, dann wieder in ruhig dahingleitender lyrischer Atmosphäre mit einer Stimme in schwebenden und weitem Flug. Ihr Rüstzeug hat sie beim Komponisten Wolfgang Rihm, bei einem Austauschaufenthalt in Oslo, in Seminaren beim indischem Lehrer Sandeep Bhagwati erhalten. Russudans Geschwister Natalie und Irakli Meipariani bereichern die außergewöhnlichen Stücke mit weitschwingendem Geigenspiel und in georgischer Tradition wurzelndem Schlagwerk. Der Bassist John Eckhardt und Michael Kidatsch am Schlagzeug ergänzen das Ensemble feinfühlig. Eine Begegnung von kaukasischer Archaik, Jazz, Alter und Neuer Musik, sowie Spuren von Skandinavien bis Afrika. zurück | nach oben
Hiss - Weltmusik von Texas bis Transsylvanien
Volxmusik, Polk, deutscher Bluesrock - wer ihre Musik benennen will, kommt schnell ins Schleudern.

Dabei pflegt das schwäbische Quintett eine Musik, die geradeheraus und schnörkellos Dampf in jeden Tanzsaal und auf jede Open Air-Bühne bringt und sogar einst in der ZDF-Hitparade reüssierte.

Akkordeonist und Sänger Stefan Hiss, dessen Weg über die Schwabenoffensive und Erich & das Polk in seine eigene Band führte, hatte schon von jeher eine Schwäche für Polka, Blues, Zydeco und Texmex - aber auch für geschliffene, vollmundig-vulgäre Verse. Mit seinen Mitstreitern, dem Mundhobel-Allrounder Michael Roth, dem Gitarristen Thomas Grollmus, Patch Pacher am Schlagzeug und Volker Schuh am Bass, stellt er seit einem Dutzend Lenze die hiesige Folkszene auf den Kopf, zäumt das Pferd der deutschen Gute Laune-Klänge von hinten auf. Teutonische Texte zu Südstaaten-Drive, zynisch-derber und origineller Wortwitz in heimischer Zunge, egal, ob gerade in New Orleans Anker geworfen, in Tijuana, einer Balkan-Taverne oder auf dem schwäbischen Heuboden Halt gemacht wird. Die schnieke Erscheinung der fünf Herren mit Spitzschuhen, Westernhemd und wuchernden Koteletten trägt das Übrige dazu bei, diese alternativen Global Player zu wahren Bühnenhelden zu machen. zurück | nach oben
Drum Talk - Interkontinentales Schlagwerk
Ein Meeting verschiedenster Trommelkulturen zelebrieren der Stuttgarter Christoph Haas und Thomas Arhin Eyison aus Ghana. Haas, ursprünglich experimenteller Rock- und Jazz-Schlagzeuger, beschäftigt sich seit fast dreißig Jahren mit den Kulturen der Welt Auf Studienreisen in Westafrika, Brasilien und Indien hat er sich zu einem Experten der globalen Rhythmen entwickelt, arbeitete mit Musikern aller Disziplinen von Giora Feidman über den Rahmentrommler Glen Velez bis zu einer koreanischen Schamanin, gründete eine Vielzahl von Ensembles von brasilianischer bis asiatischer Ausrichtung.
Eyison, der seit 12 Jahren in Deutschland lebt, kann auf eine Vergangenheit in der renommierten, weltweit tourenden National Dance Company von Ghana zurückblicken, agiert als Perkussionist, Sänger und Tänzer zwischen seiner alten und neuen Heimat. In ihrem gemeinsamen Projekt lassen Haas und Eyison ihrer Inspiration und Improvisation freien Lauf: Rahmentrommel und Talking Drum, der Musikbogen Berimbau, der kräftige Beat der Kpanlogo-Trommel Ghanas, Tamburin und Glocken gehen energiegeladene oder delikate, aber immer kreative Dialoge zwischen den Kontinenten ein. zurück | nach oben
Tokame - Funky Tropen-Feuer
Karibische Klänge aus Schwaben mit multinationalem Background: Ursprünglich fand sich ein Quartett namens SonOPop um den in vielen Stilen beheimateten slowenischen Bassisten Branko Arnaek zusammen, das sich nach etlichen Besetzungswechseln heute zu Tokame gewandelt und auf 10 Mitglieder aufgestockt hat.
Man hat sich mit Leib und Seele dem karibischen Genregewirr verschrieben, konfrontiert es mit der Sprache der heutigen urbanen afro-amerikanischen Musik: Salsa, Son, Merengue und ChaCha auf Augen- und Hüfthöhe mit Anreicherungen aus Funk, HipHop und Rock Verantwortlich für die Inspiration zu dieser Mixtur ist vor allem das Hinzustoßen der Leadsängerin Yaqueline Castellanos - sie dominiert die Songs mit hitzigem, überschäumendem Temperament selbst in den ruhigen Bolero-Einlagen. Funky füllt der Gitarrist Ernesto Thompson die Bigband-Arrangements auf, in denen die Pianophrasen von Mario Corrado kreisen - dazu feuert ein würzreicher Bläsersatz Pfeile auf die Tanzenden ab. zurück | nach oben

Freitag, 23.02.2007

Asilah - Deutsch-französische Arabesken
Wer von deutsch-französischen Brückenschlägen redet, denkt zunächst an Politik - seltsam eigentlich, dass Musiker aus dem Grenzgebiet dagegen so selten zusammen finden. Dieses Sextett jedoch nutzt die Vielfalt der Kulturen links und rechts des Rheins geschickt auf vielen Ebenen. Hervorgegangen ist es aus der Gruppe Résonance, mit der die Strassburger Musiker Carole Hog (Klavier, Gesang) und Dominique Daumann (Gitarre, Gesang) seit Mitte der Neunziger einen zweisprachigen Chansonpop gepflegt haben, der auch überregional bekannt wurde.
Vor drei Jahren traf der marokkanische Komponist, Geiger, Oud- und Banjo-Spieler Abdelouahed El Alaoui auf das Duo. Mit ihm weiteten sich die chansonesken Grundstimmungen in Richtung Maghreb: Orientalische Melodien und Grooves vermählen sich in den neuen Stücken mit der Frankophilie zu einem schlüssigen euro-arabischen Dialog der Instrumente und Stimmen, dem das fließende Cello von Rüdiger Adami weitere lyrische Farben hinzufügt. In der Rhythmussektion verfügt Aslilah über zwei langjährig miteinander verbundene Kollegen aus Deutschland, den in vielen Kulturen beheimateten Perkussionist Michael Theuring und den weltoffenen Jazzbassist Andres Buchholz zurück | nach oben
Enkh Jargal - Mongolischer Vorreiter
Der in Deutschland lebende Musiker Enkhjargal Dandarvaanchig ist einer der kreativsten Köpfe, die die mongolische Musik hervorgebracht hat. Mit Hingabe und Herzblut beherrscht der Musikhochschulabsolvent aus Ulan Bator das Spiel auf der Morin Koor, der berühmten Pferdekopfgeige, die als Nationalsymbol des Landes die Verehrung der zentralasiatischen Steppenleute für ihre stolzen Tiere verkörpert.
Lyrische, balladeske Stücke mit weitem Bogenschwung spielt Enkhjargal, ist aber auch ein Meister der schnellen Rhythmen, mit denen die Geige das Galoppieren der Pferde nachzeichnet. Genauso überzeugt er als leidenschaftlicher Tenor und Kehlkopfsänger. Enkhjargal erzählt vom traditionellen Nomadenleben, von Liebesgeschichten auf der Seidenstraße oder von den Taten des Dschingis Khan. Allerdings ist er auch in der Lage, mongolisches Erbgut ins Heute zu übertragen: In Rüdiger Oppermanns Karawane-Ensemble sticht er auch schon mal durch einen mongolischen Rap hervor, mit dem Karlsruher Keyboarder Rainer Granzin lotet er jazzige Spielarten aus. Granzin und ein weiterer Musiker aus dem Umfeld des Karawane-Ensembles, der turkmenische Saz-Spieler Dost Matur werden Enkhjargal in seinem Creole-Programm begleiten.
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Kent Masali - Elektro-Lyrik aus 1001 Nacht
Wenn Märchen aus 1001 Nacht mit der Urbanität des 21. Jahrhunderts eine Liaison eingehen, dann entsteht ein Sound, wie ihn das Tübinger Quartett entwickelt hat. Frontfrau von Kent Masali ist die Türkin Ninel Cam, die auch als bildende Künstlerin arbeitet. Mit ihrer charismatischen Stimme, nuancenreich und leidenschaftlich, interpretiert sie sowohl eigenes Material, setzt aber auch traditionelles Liedgut der Türkei und Arabiens einer Metamorphose aus.
Die hochkonzentriert wirkenden Arrangements entlehnen Strukturen aus Folk, Blues und Jazz, untergründigem Rock und gar dem Dancefloor. Drei Grenzgänger zeichnen dafür verantwortlich: Um Cams Vokalkraft baut der zypriotisch-deutsche Gitarrist Thomas Maos mittels Loops, Echo- und Verzerrer-Effekten mal eine satte Soundwand, dann wieder delikate und feingewobene Improvisationen, die von der arabischen Oud des Stuttgarter Maiki Mai arabesk eingefärbt werden. Der Perkussionist Jörg Bielefeld, auch von der Folkrock-Band Adaro bekannt, steuert vor allem präzise Muster und Tonschleifen auf dem Cajon bei. In einer spannenden elektro-akustischen Synthese berührt der Orient den Okzident zurück | nach oben
Tango Five - Akustische Allrounder
Zwar tragen sie den Tango im Namen, doch wer die vier Herren kennt, weiß, dass sie viele Eisen im Feuer haben. Seit 20 Jahren tummelt sich die Formation um die beiden Brüder Gregor und Veit Hübner zwischen den Eckpfeilern Klassik, südamerikanische Musik, Balkanklänge, Jazz und musical comedy. Sowohl Geiger Gregor als auch Kontrabassist Veit können auf Jazz- und Klassik-Studienjahre in Stuttgart und New York zurückblicken.
Pianist Karl Albrecht Fischer agiert als Leiter von Film- und Theaterproduktionen, komponiert fürs Fernsehen, Akkordeonist und Klarinettist Bennd Ruf doziert als Professor der Populärmusik in Lübeck. Akademisch jedoch ist der Sound von Tango Five keineswegs: Da treffen in hochorigineller Verquickung Fugenstrukturen und Piazzolla-Flair aufeinander, das Feuer Ungarns, die gezackten Takte der türkischen und balkanischen Musik brechen sich leidenschaftlich Bahn, wehmütiger Klezmer verbandelt sich mit Arabesken. Die Antwort, wie man das nun bezeichnen soll, gibt die Band selbst: "Europique Music"S ! zurück | nach oben
Ensemble FisFüz - Türkisch-arabische Jazzfantasien
1995 trafen sich der deutschtürkische Perkussionist Murat Cogkun und die Flensburger Klarinettistin Annete Maye in Freiburg zur Gründung des Ensembles. Ihr Konzept: Die Strukturen türkischer, persischer und arabischer Instrumentalmusik in eine neue improvisatorische Form zu gie0en, die sie "Oriental Jazz" nannten.
Der in Ulm aufgewachsene Cogkun kann als mittlerweile international anerkannte Rahmentrommel-Koryphäe aus seinen Erfahrungen als Schüler von Hakim Ludin und Glen Velez, als Mitmusiker von Giora Feidman und dem türkischen Flötenstar Kudis Erguner genauso schöpfen wie aus seinen Erfahrungen mit der Alten Musik. Maye brachte ihre vielfältigen Facetten bei der Schäl Sick Brass Band ein, fühlt sich aber auch in der Neuen Musik und im Jazz zuhause. Aktuelles drittes Mitglied ist der Istanbuler Oud-Virtusoe Gürkan Balkan, der aus dem Umfeld der klassischen türkischen Musik kommt. Die FisFüz-Kompositionen, die schon 1998 vom SWR beim Weltmusikpreis "querbeet" prämiert wurden, zeichnen sich aus durch hohes handwerkliches Niveau und eine Fülle von Ausdrucksmöglichkeiten auf dem Schlagwerk-Arsenal verschiedenster Kulturen, die ausdrucksstarke und einfühlsame Klarinette sowie den leichtfüßigen Skalen der Oud und Gitarre. zurück | nach oben
Posaunentraum - Psychedelische Afro-Experimente
Ungewöhnlich, ja provokant ist dieses Projekt aus dem Umfeld der Stuttgarter Wagenhalle, Heim vieler Experimente zwischen den Kulturen. Ein afrikanischer Meisterrhythmiker trifft auf drei deutsche Soundbastler - zwei von ihnen standen auch schon für Die Fantastischen Vier an den Reglern, der dritte ist einer der wenigen europäischen Meister der Kora.
Auf letzterer, Westafrikas 21saitiger Stegharfe, webt Stefan Charisius eine flirrende Grundlage, rhythmisch hochkomplex und doch fließend. Sie verzahnt sich mit den melodischen und zugleich perkussiven Mustern des guineischen Daumenklaviers Gongoma von Okas Sylla. Darüber öffnet sich Raum für ungewöhnliche Improvisation: Posaunen-Loops, mal als markerschütternde Fanfaren, mal als verspielt-geräuschhafte Bruchstücke kreiert Ralf Goldkind, Synthesizer-Spezialist And.Ypsilon füllt die Textur mit spannenden Samples aus Sprach- und Klangfetzen auf. Ein Quartett auf der Gratwanderung zwischen Traditionellem und Psychedelischem, zwischen Trance und Avantgarde. zurück | nach oben
Äl Jawala - Balkanhitze aus Baden
Die Hitzigkeit balkanischer Brassbands kombiniert mit passionierter Improvisation und einem satten Schub Funkyness - diese Mélange brachte dem Nachwuchsquintett aus Freiburg überregionale Aufmerksamkeit ein. Die beiden Saxofonisten Krischan Lukanow und Steffi Schimmer steuern fulminant durch die rasanten Arabesken und die melodischen Mäander der Eigenkompositionen, Marcus Schumachers kochende Percussion und Daniel Vediers druckvoll dahinfliegender Tieftöner sorgen für zusätzliches Feuer für den Dancefloor.
Mit Daniel Pellegrini schließlich ist ein versierter, spritzig agierender Drummer im Boot, der auch mal zum Didgeridoo greift und dadurch eine tribale Note ins Geschehen wirft. Äl Jawala sind gern gesehene Live-Gäste im Bucovina Club des Balkan-DJs Shantel, mit dem sie in Kürze ins Studio gehen werden. Letztes Jahr hat auch das Publikum in Rumänien, für das sie mit den dortigen Rockstars von der Band Urma tourten, erfahren, was hierzulande längst bekannt ist: Diese "Balkan Big Beatz" mitten aus Deutschland sorgen für schweißtreibende Tanznächte.
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Samstag, 24.02.2007, Beginn: 20 Uhr

Konzert mit den drei Preisträgern des Creole BaWü

Die drei Siegerbands bekommen feierlich die "creole BaWü" verliehen und geben jeweils 45 Minuten lang eine Auswahl ihrer besten Stücke. Das ganze wird umrahmt von einem musikalischen Beitrag der beiden Jurymitglieder Zelia Fonseca ( "Rosanna y Zelia" ) und Büdi Siebert. zurück | nach oben

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