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SommerFestival der Kulturen 2007 – das Programm steht!

Nachdem im letzten Jahr – zum Bedauern vieler – pausiert werden musste, findet es 2007 wieder statt: das große SommerFestival der Kulturen auf dem Stuttgarter Marktplatz. Sechs Tage lang – vom 26. Juni bis zum 1. Juli – erwartet die Besucher wieder ein hochkarätiges, internationales Programm!

Dieses große interkulturelle Festival mitten im Herzen der Stadt präsentiert – bei freiem Eintritt an allen sechs Tagen – sowohl Stars der internationalen Weltmusikszene als auch hiesige Künstler mit internationalem Background. 2007 werden mehr als 120 Künstler aus über 20 Ländern das bunte Bühnenprogramm bestreiten.

Das Festivalprogramm ist dieses Jahr ein äußerst grooviger und „bewegender“ Streifzug durch die bunte und enorm vielfältige internationale Weltmusikszene. Neben Einblicken in faszinierende Traditionen anderer Kulturen zeigt das Programm vor allem auch aktuelle Entwicklungen und Trends auf, die oft nur noch wenig mit gängigen exotischen Klischees zu tun haben, sondern voll im Kulturenmix der großen internationalen Metropolen angekommen sind: urbane, internationale Sounds von heute. Dieses Jahr ist das Programm gespickt mit einer besonders großen Zahl von berühmten Gästen – u. a. mit dabei sind die Bhangra-Legende Achanak (26.6.), die südafrikanische Jazz- und Soul-Diva Simphiwe Dana (28.6.), Ilhan Ersahins Wax Poetic (29.6.), Magou und & Dakar Transit (30.6.) aus dem Senegal, Karamelo Santo (30.6.) aus Argentinien und der „Lion of Egypt“ Hakim (27.6.).

Auch wenn die Stars aus fernen Ländern deutlich in der Überzahl sind, die hiesige Szene ist ebenfalls sehr prominent besetzt, und zwar mit den drei baden-württembergischen Preisträgern des diesjährigen Creole-Weltmusikwettbewerbs: die Schwabenpolkatruppe Hiss (26.6.), das mongolisch-kurdisch-deutsche Enkh Jargal Trio (27.6.) sowie Äl Jawala, die orientalisch-balkanesken Brass-’n’-Bass-Dynamiker aus Freiburg (28.6.).

Ebenfalls unverzichtbarer Bestandteil sind die vielen in Stuttgart aktiven Migrantenkulturvereine mit umfangreichen kulturellen Angeboten sowie einer internationalen Zeltstadt mit jeder Menge Kulinarischem und Informativem. Es beteiligen sich über 60 Kulturvereine aus insgesamt 32 Ländern.

Ein einmaliges Gastspiel beim SommerFestival der Kulturen gibt vom 27. Juni bis 1. Juli das internationale Projekt Who’s on the line? Call for free!, das in Zusammenarbeit mit der deutsch-spanischen Stiftung Incult stattfindet – an der Schnittstelle von Kunst, Literatur und kulturellem Austausch mit dem Ziel, den interkulturellen Dialog zu fördern. Mehr Infos hierzu erhalten Sie in Kürze.

Veranstaltet wird das Festival vom Forum der Kulturen Stuttgart e. V. , dem Dachverband der Migrantenkulturvereine und interkulturellen Einrichtungen Stuttgarts, das unter anderem auch die monatlich erscheinende interkulturelle Programmzeitschrift Begegnung der Kulturen – Interkultur in Stuttgart herausgibt.

Weitere Informationen:

Forum der Kulturen Stuttgart e. V.
Europahaus, Nadlerstr. 4
70173 Stuttgart
Tel. 0711/248 48 08-0
E-Mail: info@forum-der-kulturen.de


Das Bühnenprogramm:

Dienstag, 26. Juni, 17:30–22:00 Uhr

17:30 Uhr:

Hiss (Creole-Preisträger Baden-Württemberg)
Polka für die Welt – von Texas bis Transsylvanien

Volxmusik, Polk, deutscher Bluesrock – wer ihre Musik benennen will, kommt schnell ins Schleudern. Dabei pflegt das schwäbische Quintett eine Musik, die geradeheraus und schnörkellos Dampf in jeden Tanzsaal und auf jede Open Air-Bühne bringt. Akkordeonist und Sänger Stefan Hiss hatte schon von jeher eine Schwäche für Polka, Blues, Zydeco und Texmex – aber auch für geschliffene, vollmundig-vulgäre Verse. Mit seinen Mitstreitern, dem Mundhobel-Allrounder Michael Roth, dem Gitarristen Thomas Grollmus, Patch Pacher am Schlagzeug und Volker Schuh am Bass, stellt er seit einem Dutzend Lenze die hiesige Folkszene auf den Kopf, zäumt das Pferd der deutschen Gute-Laune-Klänge von hinten auf. Teutonische Texte zu Südstaaten-Drive, zynisch-derber und origineller Wortwitz in heimischer Zunge, egal, ob gerade in New Orleans Anker geworfen, in Tijuana, einer Balkan-Taverne oder auf dem schwäbischen Heuboden Halt gemacht wird.

20:00 Uhr

Achanak (Indien/UK)
Die Bhangra-Legende

Bhangra ist inzwischen von keiner Bollywood-Party mehr wegzudenken. Der Bandname “Achanak“ bedeutet soviel wie „Überraschung“, und entsprechend erfrischend ist ihr Musikstil „Bhangra“, eine Fusion von asiatischen Beats mit westlichen Sounds. Die traditionelle Seite des Bhangra hat ihren Ursprung im ländlichen Nordwestindien, wo es seit Jahrhunderten Tradition ist, die Ernte mit Tanz und Musik zu feiern. Die in den sechziger Jahren von dort nach England immigrierten Arbeitskräfte brachten diese Musik mit. Die zweite Generation begann dann, diese traditionelle Instrumentierung mit westlichen Musikeinflüssen zu vermischen. Heute ist Bhangra die am schnellsten wachsende Musikform und dominiert die Top-Tanzclubs der Welt. Typisch ist der dominante, treibende Rhythmus sowie die enorme Tanzbarkeit. Die mehrfach preisgekrönte Band Achanak ist der absolute Vorreiter in Sachen Bhangra, sie besteht bereits seit 18 Jahren. Gründer waren die Musiker Ninder Johal (Tablaspieler) und Vijay Bhatti (Sänger). Nach ihren Anfängen mit traditionellem Bhangra in Sikh-Tempeln wurden sie rasch experimenteller und verlagerten ihre elektronisch aufgepeppten Aufführungen auf kommerzielle Bühnen. Damit waren sie bereits Anfang der Neunziger, besonders in den USA und Kanada, vor indischem Publikum überaus erfolgreich. Der Erfolg setzte sich durch weitere Albumver­öffentlichungen sowie durch den Durchbruch des unter ihrem Label auf den Markt gebrachten Bhangra-Musikers Punjabi MC fort und spricht längst nicht mehr nur asiatisches Publikum an. Alle Mitglieder der sechsköpfigen Band sind zwar in Birmingham, UK geboren, fühlen sich jedoch ihren indischen Wurzeln eng verbunden. (www.achanak.co.uk)

Mittwoch, 27. Juni, 17:30–22:00 Uhr

17:30 Uhr:

Enkh Jargal Trio (Creole-Preisträger Baden-Württemberg)
Mongolischer Vorreiter, kurdische Saz und globale Percussion

„Epi“ Enkhjargal Dandarvaanchig, der in einem kleinen mongolischen Dorf nahe der russischen Grenze geboren wurde und am Konservatorium von Ulaanbaator studierte, spielt lyrische, balladeske Stücke mit weitem Bogenschwung, ist aber auch ein Meister der schnellen Rhythmen, mit denen die Geige das Galoppieren der Pferde nachzeichnet. Ebenso überzeugt er als leidenschaftlicher Tenor und Kehlkopfsänger. „Epi“ erzählt vom traditionellen Nomadenleben, von Liebesgeschichten auf der Seidenstraße oder von den Taten des Dschingis Khan. Überdies reizt es ihn auch, sein mongolisches Erbe in die heutige Zeit zu übertragen: In seinem Trio vereint er Meister aus verschiedenen Ländern, die aus ihrem jeweiligen persönlichen Stil eine neue klangliche Einheit kreieren. Sowohl beim Initiator des Projekts als auch beim kurdischen Saz-Spieler Dost Matur und dem deutschen Perkussionisten Christian Auer, dessen Trommelsprache stark von Südindien und Japan geprägt ist, wird spürbar, dass Musik über die gesprochene Sprache hinaus Kommunikation aus dem Herzen ist.

20:00 Uhr:

Hakim (Kairo)
„The Lion of Egypt“ – Der Star des Oriental Pop

In Ägypten schon seit mehr als zwanzig Jahren im Popgeschäft, gilt er inzwischen im gesamten arabischsprachigen Raum als Superstar. Weltweit hat er schon mehr als 6 Millionen Alben verkauft. Seine Landsleute nennen ihn respektvoll den "Löwen von Ägypten". Doch geht von dem Sänger weniger Gefahr aus als vielmehr eine zärtliche Kraft, mit der er die traditionelle Musik ins Hier und Jetzt befördert. Hakim hat den ägyptischen Sha’bi-Stil an die Schnittmuster des globalen Pop angepasst, er verbindet traditionelle Melodien mit urbanen dance beats. Schon in seiner mit 14 Jahren gegründeten ersten eigenen Band waren neben den traditionellen Instrumenten Tabla, Daf und Akkordeon auch Keyboard und Schlagzeug zu hören. Dass der Popularitätsradius des Tanzbodenfegers mittlerweile weit über seinen Heimatkontinent hinausreicht, verdeutlichen etwa die Remixes seiner Stücke von Transglobal Underground. Ende der 1990er folgten ein in den USA aufgenommenes Live-Album sowie der schließlich ergatterte Grammy. Seit 1983 wurde ein Erfolgsalbum nach dem anderen produziert und Hakim mit dem in der afrikanischen Musikwelt wohl wichtigsten Preis, dem Kora Award ausgezeichnet (2000). So bekannt er auch in der arabischen Welt ist, so war er bisher selten in Europa zu hören. Eine der raren Gelegenheiten, ihn mit seiner 18-köpfigen Band zu hören, bietet sich nun in Stuttgart, der Partnerstadt von Kairo. www.hakim-online.com

Donnerstag, 28. Juni, 17:30–22:00 Uhr

17:30 Uhr:

Äl Jawala (Creole-Preisträger Baden-Württemberg)
Brass ’n’ Bass ’n’ Beat – Balkanhitze aus Baden

Die Hitzigkeit von Balkan-Brassbands kombiniert mit passionierter Improvisation und einem satten Schub Funkyness – diese Mélange brachte dem Nachwuchsquintett aus Freiburg überregionale Aufmerksamkeit ein. Die beiden Saxofonisten Krischan Lukanow und Steffi Schimmer steuern fulminant durch die rasanten Arabesken und die melodischen Mäander der Eigenkompositionen, Marcus Schumachers kochende Percussion und Daniel Verdiers druckvoll dahinfliegender Tieftöner sorgen für zusätzliches Feuer auf dem Dancefloor. Mit Daniel Pellegrini schließlich ist ein versierter, spritzig agierender Drummer im Boot, der auch mal zum Didgeridoo greift und dadurch eine tribale Note ins Geschehen wirft. Äl Jawala sind gern gesehene Live-Gäste im Bucovina Club des Balkan-DJs Shantel, mit dem sie in Kürze ins Studio gehen werden. Letztes Jahr hat auch das Publikum in Rumänien, für das sie mit den dortigen Rockstars von der Band Urma tourten, erfahren, was hierzulande längst bekannt ist: Diese „Balkan Big Beatz“ mitten aus Deutschland sorgen für schweißtreibende Tanznächte.

20:00 Uhr:

Simphiwe Dana (Südafrika)
Südafrikas Jazz & Soul Diva Nr.1

Die bei den diesjährigen South African Music Awards als beste Künstlerin Südafrikas ausgezeichnete Musikerin ist der absolute Shooting Star der südafrikanischen Musikszene und wird als Nachfolgerin Miriam Makebas gehandelt. Mit ihrer erdigen Stimme, die unter die Haut geht, verbindet sie zeitgenössischen Jazz mit traditionellen afrikanischen Klängen und progressivem Rhythm’n Blues, World Music und Pop. Ihr auffälligstes Gut: eine Stimme, die zum Staunenswertesten gehört, was derzeit von den Bühnen der Welt schallt. Tief und dunkel ist sie und doch voller Milde und ausgestattet mit dem betörendstem Vibrato seit Erykah Badu. Ihr Kerngebiet ist eine afrikanische Form niederschmetternder Soulmusik, rabenschwarz und voller abgründiger und ungeläufiger Schönheit. Sie erscheint weitaus reifer als ihre 26 Jahre erahnen lassen und ihre Musik ist fest verankert in ihren traditionellen afrikanischen Wurzeln. Simphiwe Danas Europa-Debut-Tour im Sommer 2006 war, trotz extremer Hitze und Fussball-WM, ein überwältigender Erfolg sowohl beim Publikum als auch der Presse. Jetzt kommt sie wieder nach Europa und ist mit ihrer zehnköpfigen Band erstmals in Stuttgart zu hören! www.simphiwe.co.za

Freitag, 29. Juni, 17.30–22.30 Uhr

Caz à la Turca

Am Freitag, 29. Juni, wird auch dieses Jahr das Deutsch-türkische Forum unter dem Motto Caz à la Turca (Jazz à la Turca) wieder Highlights aus der äußerst lebendigen türkischen Jazz- und Popszene präsentieren:

17:30 Uhr:

Cazyapjazz (München/Istanbul)
Oriental Drum ’n’ Bass, Funk, Dub, Jazz

Semih Yanyali (der 15 Jahre seines Lebens in der Kulturmetropole Istanbul verbracht hat) und Murat Kücükboyaci (in München geboren und aufgewachsen) brachen zu einer abenteuerlichen musikalischen Reise auf. Von den Straßen Istanbuls, mit ihren speziellen Roma-Rhythmen, zu den Londoner Clubs mit ihrer Elektro-Musik, über New Yorker Bars groovend von improvisiertem Jazz bis zurück nach München, mit seinem Menschenmix aus aller Herren Länder, führte sie ihr musikalischer Weg. Gemeinsam mit vier weiteren deutsch-türkischen Musikern laborieren sie an einer eigenständigen Mischung, bei der die türkische Musik mit ihren östlichen Klängen in Drum’n’ Bass, Dub, Funk und Jazz aufgeht. Ihr Stil beugt sich weder vor dem musikalischen Zeitgeist noch fürchtet er ihn. Ihre Musik hat keine Grenzen, ist mal melancholisch, mal lebenslustig, mal einfach, zuweilen chaotisch, aber immer sehr innig.

20:00Uhr:

Ilhan Ersahin’s Istanbul Sessions
Feat. Jay-Lal (Gesang)
Musik aus dem Großstadtdschungel (Istanbul/New York)

Kopf des Ganzen ist der türkisch-schwedische Top-Saxophonist Ilhan Ersahin, der vor annähernd zwei Jahrzehnten Istanbul in Richtung New York verließ. Ersahin ist ein Meister der Transformation, ein Alchimist, der großzügig aus den Töpfen Jazz, Folk und Elektronik schöpft und sein Publikum mit ungewöhnlichen Kombinationen in Bann zieht. Mit einem neuen Istanbuler Projekt kehrt er nun in die Musikszene der Stadt am Bosporus zurück. Nachdem er mit verschiedenen Projekten eine Brücke baute zwischen der amerikanischen East-Coast-Metropole New York und Istanbul, dem Schmelztiegel von Orient und Okzident, festigt er diese Verbindung nun mit seinem neuen Projekt Istanbul Sessions, ein kosmopolitisches Konglomerat aus verschiedensten Elementen des musikalischen Großstadt-Dschungels.

Mit dabei sind Istanbuler Musiker wie Alp Ersönmez, den man in der Türkei durch die Bands Kangroove und Quartet Muartet kennt, den faszinierenden Schlagzeuger Turgut Bekoglu, u. a. Mitglied von Erkan Ogurs Projekt Telvin, Izzet Kızıl (Bassist von Tarkan), der bereits mit Natasha Atlas, Mercan Dede und Thedosli Spassov auftrat und Ilhan Ersahin, den man nicht nur am Saxophon, sondern auch am Fender Rhodes hören und vor allem seine elektronischen Sounds kennenlernen wird. In Stuttgart wird Istanbul Sessions begleitet von Jay-Lal, bekannt durch Kangroove und vom Vize Präsidenten von MTV Networks Europa hochgelobt als das beste Talent, das er in den vergangenen Jahren gesehen habe.

Samstag, 30. Juni, 16:30–22:30 Uhr

16:30 Uhr:

Célia Mara (Brasilien/Wien)
„Bastardista“ – Transglobal Brazil Power

Célia Mara zählt zu den bedeutendsten Vertreterinnen brasilianischer Kultur in Europa. Sie beeindruckt als grandiose Frontlady: sie ist eine starke Bandleaderin, schenkt dem Publikum ihre Seele, tanzt, groovt, unterhält ... Bastardista, ihr drittes Album, landete vom Start weg in den Top 10 der Europäischen World Music Charts und erhielt europaweit, in den USA wie auch in Russland sensationelle Kritiken. 2006 wurde sie mit dem Preis des brasilianischen Kulturministeriums ausgezeichnet und auf wichtige, internationale Festivals eingeladen. Célia Maras expressive und sinnlich schwarze Latin-Stimme, die eklektische und trotzdem typisch brasilianische Mischung ließen Bastardista zu einer neuen Vision brasilianischer Diasporamusik werden. Ihre Musik spannt einen akustisch-elektronischen Bogen zwischen Samba, Tango, Afoxé, Maracuta, Bossa Nova, Forro, Balladen, Reggae, Funk ... Einerseits „typisch brasilianisch“ swingend, sonnig und easy going, andererseits mit einer Portion elektronischer Wiener Melancholie gewürzt, führt sie in die Welt der Clubs und des urbanen Undergrounds ebenso wie auf die großen, glamourösen Bühnen. Gesungen wird auf Portugiesisch, Englisch und Französisch. Mit ihrer brilliant besetzten vierköpfigen Band ist musikalischer Hörgenuss garantiert – Brasilien für Musikgourmets! www.celia-mara.net

18:30 Uhr:

Magou & Dakar Transit (Senegal)
Die neue große Stimme Senegals

In Senegal gilt – zumindest bezogen auf die stimmlichen Qualitäten eines Sängers: Je höher je besser. Youssou N’Dour, Ismaël Lô oder Ousmane Touré genießen nicht zuletzt wegen ihres Falsetts Starstatus. Magou von der vorgelagerten Insel N’Gor schwimmt deutlich gegen den Strom seiner Landsmänner. Mit ruppiger Sandpapierstimme frontet der 30-jährige die Arrangements seiner fünfköpfigen Band Dakar Transit. Die Durchgangsstationen afro-kubanische Musik, Rap, Reggae und Soul haben ihn geschult, bis er nun bei seiner eigenen neuen traditionellen Musik angekommen ist. In tiefempfundenen Balladen, groovigen Casamance- und Mbalax-Nummern, mit Texten über die Sklaverei, die Zerbrechlichkeit der Erde und die eigentümlichen Wege der Liebe durchbricht er machtvoll das Diktat von der hohen Stimme der Sahel-Musik. Salsa-Akzente und virtuose Koraklänge bereichern das Meisterwerk des lyrischen Afro-Pops. "Er ist ein Star, ein Superstar, er weiß es nur noch nicht", schwärmt der brasilianische Bassist Antonio Porto von dem Sänger und Perkussionisten.

(Ein Konzert im Rahmen der Reihe Vues d’Afrique des Institut Français)

20:30 Uhr:

Karamelo Santo (Argentinien)
Cumbia, Latino, Ska & Rock

Das heilige Bonbon – so die deutsche Übersetzung des spanischen Idioms – stammt aus Argentinien. Mit ihrem zündenden Gemisch aus Ska, Cumbia, Chamamamé, Salsa, Mambo, Mariachi, Reggae, Rock und Punk haben sie schon auf etlichen Deutschlandtourneen auch ein hiesiges Publikum weit über die Mestizo-Fanzirkel hinaus begeistert. 2000 eröffneten sie für Manu Chao dessen argentinische Konzerte und 2002 waren sie bei Europatourneen im Vorprogramm von Metallica, Jamiroquai und Coldplay. Dieses Jahr gibt es ein mit Spannung erwartetes neues Album: Packender Ska-Rock mit schneidenden Bläsern umtobt den Gehörgang, Lucas Villafañes burleskes Akkordeon paart sich mit pustender Posaune, schöne Latinrock-Refrains wechseln unversehens zur Rap-Schattierung. Ein Reggae-Interludium mit scheppernder Orgel und dubbigem Tieftöner flicht nachdenkliche Töne ein, dazwischen wird es fast volksliedhaft mit einem Salsa-Groove in Reinform. Ein wenig Polka à la Mexicana ist auch im Programm.

Diesem Bonbon gelingt alles und es klebt nicht – so könnte man eine Lobeshymne auf die zehnköpfigen Boca-Boys beginnen – die Reise von Rio de la Plata-Rock über Ska, Cumbia, Tex-Mex bis zu Salsa bewegt die Beine und trifft ins Herz.

Sonntag, 1. Juli, 11:00–22:00 Uhr

Der Sonntag beginnt um 11 Uhr mit der süditalienischen Gruppo Musica Popolare Stoccarda. Danach präsentieren bis zum späten Nachmittag Stuttgarter Migrantenvereine Tänze und Musik aus aller Welt, unter anderem aus der Türkei, aus Israel, China, Portugal, Russland, Bulgarien, Brasilien, Serbien, Eritrea, Rumänien, Kolumbien, Polen, Griechenland, Venezuela, Australien, Spanien und Vietnam. Außerdem gibt es arabische Folklore und orientalische Tänze, argentinischen Tango, koreanische Fächertänze, Samba, afrikanische Tänze und Capoeira.

16:30 Uhr:

Akroama
feat. Andreas Karakotas
Musik aus Griechenland

Akroama spielt das ganze Spektrum populärer griechischer Musikstile mit einem Touch reggaehaftem, orientalischem, balkanoidem Jazz. Ihre Musik verbindet den Duft des Landes mit der Farbe der Großstadt, die traditionelle griechische Musik mit moderner Weltmusik und poetischer Dichtung. Die sieben in der Region Stuttgart lebenden griechischen Musiker vermischen mit Lust und guter Laune, wie Chefkochlehrlinge, im eigenen Musikkochtopf Zutaten und Gewürze der griechischen und exotischen Musik miteinander.

Als spezieller Stargast aus Griechenland kommt Sänger Andreas Karakotas hinzu, der schon mit den bekanntesten griechischen Komponisten und Sängern zusammengearbeitet hat und vielen von seinen regelmäßigen Auftritten im griechischen Fernsehen bekannt sein dürfte. Auch im Ausland ist er eine bekannte Größe, er tourte außer in Europa schon in Israel und Afrika.

18.:30 Uhr:

Trovaci (Ex-Jugoslawien)
Balkan Ska Reggae Punk

Alle vier Musiker stammen aus Ländern des ehemaligen Jugoslawien und wuchsen mit den ebenso gängigen wie schrägen Rhythmen und Melodien des Jugo-Pop auf. Nun wohnen alle in Düsseldorf und touren schon seit geraumer Zeit mit ihrer energetischen Mischung aus Ska, Reggae und Punk durch die Lande. Mit ihrer extrem sportlichen Live-Performance sammelten sie neue Fans von Lübeck bis München. Gerade ist ihr neues Album 'Kuku Lele' erschienen. Nach ihrem Debütalbum 'Balkanplatte' und der WM-Single der Extra-Klasse 'Welcome to Deutschland' präsentieren Trovaci auf der neuen CD elf hitverdächtige Songs: Mit gewohnt balkanischer Schlitzohrigkeit und Selbstironie werden der deutsche Alltag, Gastarbeiterklischees und Herzschmerz-Themen verhandelt – auf Serbisch, Kroatisch und Deutsch. Vor allem aber ist 'Kuku Lele' (oder auf gut Deutsch "Ach du dickes Ei") über diese babylonische Sprachvielfalt hinaus eine zwingend tanzbare CD, mit starkem Partysound, der nicht nur die Freundinnen und Freunde des Balkans auf den Dancefloor treibt. Mit diesem Sound werden sie nun das Stuttgarter Publikum beglücken.

20:30 Uhr:

Nidi d’Arac (Süditalien)
Tarantamuffin & Ethnoelectro

Italiens Antwort auf Gotan Project und Bajofondo Tangoclub! Die Musik von Nidi d’Arac ist pure Lust an Tanz und Sound, eine einzigartige Party, spirituell und emotional. Die Power dieser außergewöhnlichen siebenköpfigen Band entwickelt sich direkt, spontan und ist körperlich spürbar. Sie mischen die traditionellen Rhythmen der Tarantella, des Salento ‚pizica’ (ein Jahrhunderte alte Tanz , ursprünglich dazu benutzt, um den Körper nach dem Biss der Tarantula vom Gift der Spinne zu befreien!) mit dem elektronischen Chaos unserer digitalen Realität. Ihre Konzerte sind vergleichbar mit Raves, bei denen neben den traditionellen Sounds sehr moderne, urbane Beats das Publikum in tranceartige Zustände versetzen. Nidi d’Arac in wenigen Worten: faszinierend, kreativ, berauschend und wunderschön! www.nididarac.com

(ein Veranstaltung in Zusammenarbeit und mit Unterstützung durch das Italienische Kulturinstitut)