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2. Internationales Erzählfestival
10. bis 12. Oktober 2008 in Stuttgart


Die mündliche Erzähltradition ist zu einer unbestimmten Zeit geboren, als die Menschen die Schrift noch nicht erfunden hatten und als die gesprochenen Worte noch keinen Besitzer hatten und auf keine Konkurrenz hinwiesen. Heute, in einer Welt, wo Schrift und andere Medien die ganze Palette der Kommunikationsmittel beherrschen, ist die mündliche Tradition immer noch da. Die Geschichten bilden ein kostbares gemeinsames immaterielles Erbe für die ganze Menschheit.

Die erzählte Geschichte ist eine stille Einladung zum Mitwandern durch die Landschaften, die Lebenssituationen, die der Erzähler schildert. Die Zuhörer gehen und erleben mit - am Ende sind sie genauso weit gegangen, genauso reich an Erfahrung und sogar manchmal wie verwandelt. Erzählen ist die Kunst der inneren Wanderung.

Wandern und Erzählen hatten schon immer eine besondere Verbindung. Zu allen Zeiten gab es viele Menschen, die unterwegs waren: Nomaden, Reisende, Vagabunden, Migranten, Opfer von Armut und Kriegen. Auch heutzutage, in der Zeit der Globalisierung, verlassen immer mehr Menschen ihr Land, müssen sich in einer neuen Kultur und Sprache zu Recht finden. Diese Menschen, die oft alles verloren hatten, haben ihre Geschichte als ihr einziges jedoch kostbares Gut mitgenommen. Dabei stehen die Erinnerungen an die ideellen Wurzeln ihrer Heimat stets in der lebendigen Auseinandersetzung und Verbindung mit dem Neuen und Anderen. Die „innere Heimat“, die dabei entsteht, besteht aus Bildern, Geschichten, Märchen und gibt Sicherheit und Identität. Identität ist die Grundlage für Anerkennung und Würde. Nur so kann Offenheit für das Neue, für das Fremde entstehen. Aus den Wurzeln wachsen Flügel.

Doch die Erzähler wandern nicht nur von Land zu Land, sie reisen auch durch die Zeit. Sie erzählen uralte Geschichten oder neue Geschichten mit uralten Motiven, die überall auf der Welt zu finden sind. Sie spinnen unsichtbare Fäden zwischen Heimat und Fremde.

Auf das Wandern zwischen Heimat und Fremde laden wir Sie ein, drei Tage lang mit 20 Erzählerinnen und Erzählern aus Nah und Fern. Sie erzählen Geschichten über Heimat und Fremde, alte Mythen ihrer Herkunftsländer, Geschichten zum Lachen und zum Weinen, an verschiedenen und ungewöhnlichen Orten in Stuttgart, bei Regen und bei Sonnenschein.

Spitzen Sie die Ohren und seien Sie herzlich eingeladen zum 2. Internationalen Erzählfestival in Stuttgart „Im Fluss der Worte“.

Odile Néri-Kaiser

Künstlerische Beratung:
Odile Néri-Kaiser

Organisation:
Elene Böcher

Veranstalter:
Forum der Kulturen Stuttgart e. V. in Kooperation mit Akademie für gesprochenes Wort. Mitveranstalter: Haus der Geschichte Baden Württemberg, Institut Francais de Stuttgart, Landesmuseum Württemberg, Linden-Museum Stuttgart, Stiftskirche, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart, Staatsgalerie Stuttgart, Stadtbücherei Stuttgart, Stadtteilbücherei Stammheim, Stadtteilbücherei Untertürkheim, Stiftung Geißstraße 7 und Stuttgarter Schriftstellerhaus

Mit freundlicher Unterstützung von:
Landesstiftung Baden-Württemberg, Fonds Soziokultur, Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart, Stiftung für Kunst und Wissenschaft der Hypo Real Estate Bank International AG, Märchenland - Deutsches Zentrum für Märchenkultur, Klett-Stiftung, Stabsabteilung für Integrationspolitik der Landeshauptstadt Stuttgart