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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

20 Jahre Forum der Kulturen – derzeit wird dies groß gefeiert, mit Plakataktionen, einer Ausstellung und als Höhepunkt natürlich unserem Sommerfestival der Kulturen im Juli, das im Jubiläumsjahr mit einigen ganz besonderen musikalischen Highlights aufwarten wird.

Im Juni stehen besonders die Migrantenvereine, deren Dachverband das Forum ist, im Mittelpunkt des Geschehens; dann finden nämlich die „Projekttage der Stuttgarter Migrantenvereine“ statt, unsere bewährte Plattform für Austausch und Vernetzung. Hier treffen Vereine auf potenzielle Kooperationspartner, entwickeln gemeinsam neue Projektideen und diskutieren gemachte Erfahrungen. Dieses Jahr geht es darum, das in den letzten 20 Jahren Erreichte kritisch zu betrachten, aber auch den Blick nach vorne zu richten und zu überlegen, wo die Reise für Migrantenvereine hingehen soll. Blicken wir zurück, stellen wir fest, dass sich viel getan hat.

Schließlich wurde das Forum der Kulturen nicht zuletzt gegründet, weil Migrantenvereine weder in der öffentlichen Wahrnehmung noch in der städtischen Förderung eine wesentliche Rolle spielten. Schon vor 20 Jahren war das kulturelle wie auch soziale Engagement dieser Vereine enorm, schon damals stellten ihre Aktivitäten einen wertvollen Beitrag dar für die Stuttgarter Kulturlandschaft ebenso wie für so zentrale Bereiche wie zum Bespiel Bildung und Gesundheit. Doch betrachtet wurden sie vorwiegend als folkloristische Randgruppe, die außerdem gut kochen kann. Dies hat sich zu großen Teilen geändert; ihr Engagement ist mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerückt und über das vom Forum der Kulturen entwickelte House of Resources können ihre Aktivitäten auch zu großen Teilen gefördert werden.

Doch die Schieflage besteht weiterhin, Chancengleichheit und Teilhabe sind in vielen Bereichen immer noch Fremdworte; für viele sind diese Vereine immer noch „die anderen“, die nicht wirklich dazu gehören, die immer noch nicht wirklich wahrgenommen werden als das, was sie sind, nämlich ein gleichwertiger und wichtiger Teil unserer Bürgergesellschaft.

Um dies zu ändern, bedarf es nicht nur noch mehr Anstrengungen seitens des Forums der Kulturen, sondern auch noch mehr Bereitschaft von Aktiven aus den Vereinen, sich auch über ihre Vereinsarbeit hinaus ins gesellschaftliche Leben einzubringen. Nur so kann die migrantische Perspektive in der Politik wie in der Zivilgesellschaft einen größeren Stellenwert erhalten. Denn 20 Jahre Forum der Kulturen machen auch dies deutlich: Verstärktes Engagement ist mühsam, aber es lohnt sich.

Ihr

Sami Aras
Vorsitzender des Forums der Kulturen Stuttgart e. V.