Monatsmagazin

Aktuelle Ausgabe März 2019

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Kalender ist im März besonders üppig gefüllt, nicht zuletzt wegen der vielen Veranstaltungen, die im Rahmen von Heimat – internationale Wochen gegen Rassismus in Stuttgart stattfinden: Workshops, Informations- und Diskussionsveranstaltungen, Theater und Konzerte – für jedermann und jederfrau, aber auch Angebote speziell für Schülerinnen und Schüler, ein besonders wichtiger Teil dieser Veranstaltungsreihe.

Dabei geht es um alle Erscheinungsformen von Rassismus, um den des Alltags, aber auch um den strukturellen, der immer wieder auch in Behörden und Ämtern anzutreffen ist. Insbesondere geht es aber auch um durch Rassismus gefärbtes Denken, das nicht selten im eigenen Kopf anzutreffen ist – auch wenn dies in der Regel strikt negiert wird. Es geht um Vorurteile und fehlende Chancengleichheit, um Diskriminierung und Ausgrenzung – aufgrund der Herkunft, des Aussehens, des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung.

Es gibt viele Formen von Rassismus, auch wenn man sich oft sträubt, dies so zu benennen. „Rassisten sind immer die anderen“. Dabei sollte man sich bewusst sein, dass das Denken in „Höherwertigem“ und „Minderwertigem“, das Einteilen in „Klassen“ und „Rassen“, das pauschalisierte Verurteilen und Herabwürdigen von ganzen Völkern, Religionen oder Kulturen, die Ausgrenzung und Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen weiter verbreitet ist, als man denkt. Und dass man sich vielleicht auch selbst mal dabei ertappt, dass man auf einen Menschen allein aufgrund eines rein äußerlichen Merkmals herabblickt, ihn abwertet.

Doch so wichtig die selbstkritische Beschäftigung mit den eigenen Vorurteilen ist, so dürfen wir nie die massive Bedrohung unserer Gesellschaft durch all die neu aus den Löchern der Vergangenheit hervorkommenden Rechtspopulisten, Nationalisten und Neonazis aus dem Blick verlieren. Was keiner gedacht hätte: wir haben sie wieder, die Gefahr von rechts, die angetreten ist, unsere Demokratie und unsere vielfältige, offene Gesellschaft aus den Angeln zu heben. Eine Möglichkeit, ihnen ihre Grenzen aufzuzeigen, sind die Wahlen am 23. Mai. Sowohl hier in Stuttgart bei der Wahl zum Gemeinderat als auch bei der Wahl zum europäischen Parlament gilt es, diese für uns alle gefährliche Entwicklung zu stoppen. Auch wenn es noch eine Weile hin ist, gilt es jetzt schon: Gehen Sie wählen!

Ihr
Sami Aras, Vorstandsvorsitzender des Forums der Kulturen Stuttgart e. V.

(Ältere Ausgaben stehen Ihnen hier zum Download zur Verfügung.)