Monatsmagazin

#OnlineZeitschrift – die Aprilausgabe unseres Monatsmagazins

 

Liebe Leser*innen der „Begegnung der Kulturen – Interkultur in Stuttgart“,

zum ersten Mal in der nun bald zwanzigjährigen Geschichte unseres interkulturellen Monatsmagazins müssen wir auf dessen gedrucktes Erscheinen verzichten. Dieser Entschluss fiel uns nicht leicht, war angesichts der aktuellen Situation aber unvermeidlich: Zum einen finden (nach heutigem Stand) zumindest bis zum 19. April keine Veranstaltungen mehr statt, über die wir hätten berichten können, zum anderen könnte unser Magazin aktuell nur noch einen sehr kleinen Bruchteil seiner Leserschaft erreichen, sind doch all die Orte, an denen unsere Zeitschrift normalerweise ausliegt, geschlossen; Treffs von Vereinen und Initiativen, wo sie üblicherweise verteilt wird, finden keine mehr statt. Um auch in einer Ausnahmesituation wie der jetzigen „Begegnung der Kulturen – Interkultur in Stuttgart“ weiterhin zu ermöglichen, machen wir verstärkt auf digitale Weise unsere Themen und eventuell noch stattfindende Veranstaltungen über unsere Online-Kanäle sichtbar.

Corona vertreibt derzeit wohl nahezu alle anderen Themen aus den Medien, nicht aber aus der Realität. Das Coronavirus vermag die Menschen von der Straße und aus den Kultureinrichtungen zu verbannen, nicht aber Rassismus, Diskriminierung und fehlende Teilhabe aus dem täglichen Leben. Das Eintreten für kulturelle Vielfalt, gesellschaftlichen Zusammenhalt und für eine offene Gesellschaft ist in Zeiten von Distanz und Kontaktsperre erst recht oberstes Gebot. So wichtig es ist, den Zusammenbruch unseres Gesundheitssystems zu verhindern und damit auch Leben zu retten, so wichtig derzeit Vorsicht und Vorsorge sind, so wichtig ist es auch, darauf zu achten, was all diese Maßnahmen und die damit verbundenen Ängste langfristig mit uns und unserer Gesellschaft machen. Wenn man sieht, wie – von der „Corona-fixierten“ Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet – Hass und Hetze gerade in diesen Tagen rasant zunimmt, besteht die Gefahr, dass diese Zunahme in unserer Gesellschaft zur Normalität wird, dass Feindbilder wieder erstarken, über die wir längst hinweg sein sollten.

„Nach Corona wird unsere Gesellschaft eine andere sein“ – diese sicherlich berechtigte Mutmaßung hören wir derzeit oft. Wenn dem so ist, sollten wir gerade jetzt alles daransetzen, diesen Veränderungsprozess mitzugestalten, hin zu einer offenen, sozialen und umweltverträglichen Gesellschaft. Wir erleben derzeit, dass plötzlich vieles möglich ist, was bislang als völlig unrealistisch galt. Jetzt, da „mal nicht mehr so viel los ist“, dürfen wir erst recht nicht die Hände in den Schoß legen, sondern müssen freigewordene Kapazitäten nutzen, um die Gesellschaft für die Zeit „nach Corona“ in unserem Sinne tatkräftig mitzugestalten.

Auch beim Forum der Kulturen ruht die Arbeit nicht – trotz aller Einschränkungen. Ohne unsere Ziele aus den Augen zu verlieren, arbeiten wir weiter an unseren vielen Projekten, an unserem anstehenden Sommerfestival und allen anderen Events – wohl wissend, dass wir derzeit hoffen, aber nicht vorhersagen können, was die nächsten Wochen und Monate mit sich bringen. Auch das Fehlen von Planungssicherheit gehört zu den Merkmalen der aktuellen Situation. Es ist deshalb nicht nur mehr Digitalisierung gefragt, sondern auch mehr Flexibilität; und außerdem: Solidarität mit all denjenigen, die von dieser Pandemie in unterschiedlichster Weise betroffen sind.

In diesem Sinne wünscht Ihnen das gesamte Team des Forums der Kulturen, dass Sie die akute Krise in jeglicher Hinsicht gut überstehen.

Ihr

Sami Aras
1. Vorstandsvorsitzender des Forums der Kulturen Stuttgart e. V.

 

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(Ältere Ausgaben des Monatsmagazins stehen Ihnen hier zum Download zur Verfügung.)