Aktuelles

Pluralistisches Erinnern

Am 9. November 2021, 19.30 Uhr diskutieren Hamze Bytyçi, Andrea Hanna Hünniger und Nadine Seidu im Rahmen des Diskussionsforums Einwanderungsland Deutschland in der Stadtbibliothek Stuttgart über Erinnerungskultur in Deutschland:

Auf den 9. November fallen wichtige historische Ereignisse, gerne wird er auch als „Schicksalstag“ der deutschen Geschichte bezeichnet. Doch welche Ereignisse spielen in der Erinnerungskultur Deutschlands tatsächlich eine Rolle? Wer erinnert wann, wo, wie und an wen? Wessen Erinnerung wird durch Denkmäler, staatliche Förderung oder in öffentlichen Veranstaltungen sichtbar gemacht? Vielstimmig öffnen die Speaker*innen Hamze Bytyçi von RomaTrial e. V. und CPPD-Mitglied, Andrea Hanna Hünniger, Autorin und Journalistin sowie CPPD-Mitglied, und Nadine Seidu von der Koordinierungsstelle Erinnerungskultur des Kulturamts Stuttgart das Gedenken an diesen Tag. Kritisch analysieren sie die Erinnerungskultur, denn nur mehrstimmige und radikal vielfältige Erinnerungen werden der Gegenwart und Zukunft des postmigrantischen Deutschlands gerecht.

Zudem geben Hamze Bytyçi und Andrea Hanna Hünniger Einblicke in die Arbeit des CPPD-Projekts – ein neu gegründetes Netzwerk, an dem sich Intellektuelle, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen beteiligen mit dem Ziel, Erinnerungskultur neu zu denken und Strategien und Visionen für pluralistisches Erinnern zu entwickeln. Die CPPD – The Coalition of Pluralistic Public Discourse, die Teil des Programms Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch ist und im Mai 2021 ihre Arbeit aufgenommen hat, zeigt unter anderem auf, dass Erinnerungskultur sowohl politisch als auch dynamisch ist: Politisch, da sie „eine Deutung von Geschichte, eine Interpretation von Gegenwart, Visionen von Zukunft sowie Identitätsangebote“ enthält und „bestimmte Gruppen und ihre Perspektiven sichtbar“ macht, andere wiederum ausschließt. Und dynamisch, da sich Erinnerungskultur verändert – mit der Zeit, „mit neuen gesellschaftlichen und politischen Konstellationen, vor allem aber mit den Träger*innen von Erinnerung“, wie beispielsweise Institutionen, Communitys und Individuen. Auch diese Aspekte werden beim Diskussionsforum am 9. November in der Stadtbibliothek aufgegriffen.

Die Besucher*innen des Podiumsgesprächs sind herzlich eingeladen, im Anschluss an die Ausführungen der drei Redner*innen mitzudiskutieren.

Die Veranstaltung findet vor Ort in der Stadtbibliothek Stuttgart sowie als Live-Stream auf dem YouTube-Kanal der Stadtbibliothek statt.