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Weil jede Sprache zählt!

Was bringt das Forum der Kulturen Stuttgart e. V. und den Ernst Klett Sprachen Verlag eigentlich dazu, zusammenzuarbeiten? Unsere gemeinsame Begeisterung für Sprachen und das Thema Mehrsprachigkeit – weil jede Sprache zählt!

Von den über 7000 Sprachen, die wir auf der Welt finden, sind 120 allein in Stuttgart vertreten. Wir leben in einer mehrsprachigen Gesellschaft und auch weltweit ist Mehrsprachigkeit absolute Normalität. Leider ist dieses Bewusstsein nicht selbstverständlich; oftmals fehlt die Wertschätzung für mehrsprachige Menschen oder ist gar mit Vorurteilen behaftet. Als Forum der Kulturen und als Sprachenverlag sind wir überzeugt von der Wichtigkeit dieses Themas im privaten, im öffentlichen Raum sowie im Bildungswesen. Jede Sprache ist eine Bereicherung und jeder Mensch, der sie in sich trägt – dieses Verständnis möchten wir in die Gesellschaft tragen. Gemeinsam wollen wir Sprachenvielfalt als Ressource eine*r jede*n Einzelnen sowie der Gesellschaft sichtbar machen. In Zusammenarbeit ist eine Kampagne entstanden, deren Startschuss am 21. Februar, dem Internationalen Tag der Muttersprache, über die sozialen Medien fallen wird.

Hierfür rufen wir zur Gestaltung von Sprachenporträts auf. Diese pädagogisch-linguistische Methode wird dazu verwendet, die eigenen sprachlichen Ressourcen sichtbar zu machen, zu reflektieren und sie anzuerkennen.

Machen Sie mit – weil jede Sprache zählt!

So geht’s: Die Figurenvorlage einfach herunterladen und loslegen! Jeder Sprache, die zu einem gehört, wird eine Farbe zugeordnet. Ob Muttersprache, Fremdsprache, Dialekt oder selbsterfundene Sprache – alles ist erlaubt. Denn es geht um sämtliche Sprachformen, die man in sich trägt. Dann werden die verschiedenen Sprachen in die Figur gemalt. Hierbei entsteht die Möglichkeit, über die eigenen Sprachen und deren Gebrauch nachzudenken. Welche Sprachen trage ich in mir? Wo in meinem Körper verorte ich sie? Welche Farbe gebe ich ihnen und warum?

Dabei gibt es kein richtig oder falsch! Es geht auch nicht um das Niveau, auf dem einzelne Sprachen beherrscht werden. Vielmehr geht es darum, was uns die Sprachen bedeuten, was wir mit ihnen verbinden und wie wir sie anwenden. Spracherleben ist ein wichtiger Teil der Identität und der Persönlichkeit und so einzigartig wie jeder Mensch. Jede Sprachenbiografie ist eine wertvolle Ressource und mit teils ganz verschiedenen Emotionen verbunden.

Und dann?

Wo und wie Menschen ihre eigene Mehrsprachigkeit in ihrem Körper ganz individuell verorten, zeigen wir in den kommenden Wochen über unsere Social-Media-Kanäle Facebook und Instagram – jeweils verbunden mit dem Hashtag #SprachenInMir. Gleichzeitig werden verschiedene Bildungseinrichtungen dazu eingeladen, mit unserer Figurenvorlage im Unterricht zu arbeiten. Zudem soll das Thema durch Plakate im Stuttgarter Raum visuell transportiert werden und vielen Menschen eine Antwort auf die Frage entlocken: „Welche Sprachen trägst du in dir?“. Oder anders gefragt: „Welche Sprachen tragen dich?“

Anmerkung: Die Sprachenporträts basieren ursprünglich auf der Idee von Ingrid Gogolin und Ursula Neumann und wurden weiterentwickelt von Hans-Jürgen Krumm und der Forschungsgruppe Spracherleben der Universität Wien (In polis aktuell, 5/2021, S.16, Sprachenrechte)


PS: Bereits im Jahr 2019 wurde zum Internationalen Tag der Muttersprache ein Film im Rahmen des Promotor*innen-Programms des Forums der Kulturen Stuttgart e. V. erarbeitet und präsentiert. Promotorin Dr. Dolgor Guntsetseg zeigt in ihrem Film das breite Engagement der hauptsächlich ehrenamtlich organisierten Sprachschulen in Stuttgart. Den Film finden sie hier.