Workshops
Workshop 1: Mehrsprachigkeit in der Vereinsarbeit stärken
Referentin: Dilnaz Alhan vom Heval Netzwerk / Amnesty Activism
Mehrsprachigkeit gehört für viele Menschen mit Migrationsgeschichte selbstverständlich zum Alltag. Gleichzeitig sind nicht alle Sprachen in unserer Gesellschaft gleichermaßen sichtbar oder anerkannt. Während einige Sprachen im öffentlichen Raum präsent sind, bleiben viele andere – etwa Herkunfts- oder Familiensprachen – häufig unsichtbar oder werden im gesellschaftlichen Kontext wenig wertgeschätzt. Gerade (post-)migrantische Vereine arbeiten jedoch täglich mit dieser sprachlichen Vielfalt und erleben, welches Potenzial Mehrsprachigkeit für Gemeinschaft, Empowerment und Teilhabe haben kann.
Der Workshop beschäftigt sich mit der Frage, wie (post-)migrantische Vereine Mehrsprachigkeit bewusst als Ressource in ihrer Arbeit nutzen und sichtbar machen können. Dabei wird reflektiert, welche Sprachen in unserer Gesellschaft und auch innerhalb von Vereinsstrukturen sichtbar sind und welche oft im Hintergrund bleiben.
Nach einem kurzen inhaltlichen Impuls zu Mehrsprachigkeit, Sichtbarkeit von Sprachen und deren gesellschaftlicher Bedeutung werden die Teilnehmenden eingeladen, ihre eigenen Erfahrungen aus der Vereinsarbeit einzubringen.
Im Anschluss werden gemeinsam konkrete Ideen gesammelt, wie Vereine Mehrsprachigkeit stärker in ihre Arbeit integrieren können.
Workshop 2: Mehrsprachig aufwachsen – Chancen und Herausforderungen für Familien
Referentin: Maria Ringler, Verband binationaler Familien und Partnerschaften (iaf e. V.)
Im Workshop soll zu folgenden Punkten gearbeitet werden:
Reflexion zur Komplexität von gelebter Mehrsprachigkeit in der deutschen Stadtgesellschaft
- Lernziele: Erfassen der komplexen Sprachpraxis von mehrsprachigen Menschen
- Lernziel: Differenzieren, warum mehrsprachige Erziehung in der Familie gelingt, bzw. nicht gelingt. Warum scheitern Eltern mit der Weitergabe ihrer Familiensprachen? Warum ist die Weitergabe der Familiensprachen für die kindliche Entwicklung von Bedeutung?
- Lernziel: Erkennen der (Nicht-) Bedeutung von Mehrsprachigkeit in Bildungseinrichtungen: Bildungspotentiale von Mehrsprachigkeit, Recht auf Mehrsprachigkeit und Stärkung von Eltern in ihrer Partizipation.
Workshop 3: Sprache(n) als Schatz: Kinder mehrsprachig begleiten
Referent*innen: Nina Khabelashvilli, Samira Ameziane-Heddad, Brigitte Bobic-Lomuscio, Elternstiftung Baden-Württemberg
In diesem Workshop entdecken Eltern und pädagogische Fachkräfte, wie wertvoll mehrsprachige Erziehung für die Entwicklung von Kindern ist. Gleichzeitig erhalten sie leicht umsetzbare Impulse, um Kinder in ihrer sprachlichen Vielfalt zu stärken.
Workshop 4: Bildungsgerechtigkeit in der Migrationsgesellschaft: Transkulturelles Lernen stärken!
Referentin: Tanja Deißle (Lehrerin und Fortbildnerin), Klett-Sprachen
Transkulturelle Vielfalt prägt den Bildungsalltag. Pädagogische Fachkräfte, beispielsweise in Vorbereitungsklassen oder im Bereich Deutsch als Zweitsprache, benötigen entsprechende Kompetenzen, um diese Heterogenität sowohl emotional als auch fachlich zu begleiten und Chancengerechtigkeit zu gewährleisten. Von großer Bedeutung sind hier unter anderem Fortbildungen zu sprachsensibler Didaktik. In diesem Workshop werden Impulse zu Deutsch als Zweitsprache und zum Umgang mit Bildungsvielfalt vermittelt. Damit legen wir den Grundstein dafür, dass Bildungseinrichtungen zu Orten sozialer Teilhabe und fairer Bildungschancen werden.
Zielgruppe
Der Fachtag richtet sich insbesondere an (post-)migrantische Organisationen und Initiativen, an mehrsprachige Familien und Eltern, an pädagogische Fachkräfte sowie an alle gesellschaftlich aktiven Akteur*innen, die sich mit den Themen Mehrsprachigkeit, Bildung, Teilhabe, Chancengleichheit sowie Antidiskriminierung beschäftigen. Perspektive: Im Mittelpunkt steht dabei die Perspektive (post-)migrantischer Vereine: Wir betrachten Mehrsprachigkeit nicht nur als theoretisches Konzept, sondern aus der gelebten Erfahrung aus den Communitys heraus.
Hinweis zur Veranstaltung
Der Fachtag verbindet verschiedene Ebenen: Er betrachtet Mehrsprachigkeit aus einer gesellschaftspolitischen Perspektive, aus der Perspektive von Vereinen und zivilgesellschaftlicher Praxis, aus der Perspektive von Familien sowie aus dem Bereich (Familien-)Bildung. Ziel ist es, diese unterschiedlichen Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsam über Mehrsprachigkeit in unserer Gesellschaft ins Gespräch zu kommen.
Steckbriefe der Beteiligten
Heval Netzwerk
Amnesty Activism ist eine Gruppe junger Menschen mit Migrationsgeschichte und Fluchterfahrung innerhalb von Amnesty International. Die Gruppe wurde von Dilnaz Alhan initiiert und beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Themen wie Sprache, Identität, Teilhabe und Machtstrukturen. Amnesty Activism organisiert Veranstaltungen, Diskussionen und Austauschformate, um Perspektiven von Menschen mit Migrationserfahrung sichtbar zu machen und Räume für Empowerment und politische Teilhabe zu schaffen.
Auch im Heval Netzwerk arbeiten junge Menschen mit verschiedenen sprachlichen Hintergründen zusammen. Mehrsprachigkeit spielt dabei eine wichtige Rolle in der Communityarbeit und im Austausch zwischen unterschiedlichen Lebensrealitäten.
Verband binationaler Familien
Der Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. arbeitet bundesweit als Interessenvertretung an den Schnittstellen von Familien-, Bildungs-, Migrations- und Antidiskriminierungspolitik. Seit 1972 engagiert sich der Verband für die Rechte binationaler, migrantischer und transnationaler Familien und Paare – egal welcher Herkunft, sexueller Orientierung oder Religion/ Weltanschauung. Er setzt sich ein für eine gerechte Partizipation in der (post-) migrantischen Gesellschaft.
In 10 regionalen Geschäfts- und Beratungsstellen mit hauptamtlichen Mitarbeitenden arbeitet der Verband in weiteren Orten mit ehrenamtlich Engagierten als Ansprechpersonen. Der Verband ist tief verwurzelt in „binationalen“ Lebenswelten und den damit verbundenen Erfahrungen, z. B. im Umgang mit Vielfalt, mit Mehrsprachigkeit, mit Ausgrenzungen und Diskriminierung.
Elternstiftung Baden-Württemberg
Die Elternstiftung ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts mit primärem Ziel die Förderung der Elternbildung. Sie unterstützt die Eltern in deren Rolle im Bildungssystem. Das Thema Mehrsprachigkeit wird durch die Bereiche „frEi – frühe Einbindung neu zugezogener Eltern“ und „SprachFit“ abgedeckt und hat zum Ziel mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem für die Kinder und Jugendlichen zu erreichen sowie Eltern über die Wichtigkeit früher Sprachförderung zu informieren.
Klett-Sprachen
Der Ernst Klett Sprachenverlag, Teil der Klett Gruppe, organisiert diese Veranstaltung. Er bietet Lehr- und Lernmaterialien für den Sprachunterricht von der Grundschule bis zur Erwachsenenbildung. Mit einem klaren Fokus auf Qualität und Innovation trägt das Unternehmen dazu bei, das Sprachenlernen effektiv, motivierend und zukunftsorientiert zu gestalten.



