Monatsmagazin

Aktuelle Ausgabe

   


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

2018 ist für das Forum der Kulturen das Jahr der Jubiläen. Im Mai werden wir auf das 20jährige Bestehen unseres Dachverbandes anstoßen können. Und mit dem Aprilheft wird das Interkultur-Magazin, das Sie gerade in den Händen halten, volljährig!

Im April des Jahres 2000 erschien das erste Heft dieser Zeitschrift. Diese zu konzipieren und zu produzieren war eines der ersten großen Vorhaben des frisch gegründeten Verbandes. Nicht ohne Grund, denn eines der zentralen Ziele, weshalb sich im Mai 1998 Migrantenvereine und interkulturelle Einrichtungen zum einem Dachverband zusammengeschlossen hatten, war die fehlende Wahrnehmung und die mangelnde Sichtbarkeit kultureller Vielfalt in dieser Stadt. Bereits damals gab es eine Vielzahl interkultureller Angebote, enorme künstlerische Schätze, die infolge von Migration und Globalisierung unser kulturelles Leben bereicherten. Und auch damals schon gab es ein umfangreiches und vielfältiges kulturelles wie auch gesellschaftliches Engagement von vielen migrantischen Vereinen und Initiativen.
Doch all dies fand damals, als wir unser Magazin gegründet hatten, kaum Widerhall in den Medien, wurde von der breiten Öffentlichkeit nur sehr selten wahrgenommen, geschweige denn wertgeschätzt. Dem wollten wir etwas entgegen setzen, zunächst mit dieser Zeitschrift, später durch das Sommerfestival der Kulturen und andere öffentlichkeitswirksame Aktivitäten.

Vieles hat sich seither zum Positiven verändert. Die öffentliche Wahrnehmung und Anerkennung der unzähligen Facetten interkulturell geprägter Kunst und Kultur hat sich deutlich verbessert – zufriedenstellend ist die Situation aber noch lange nicht. So bereitet uns die Zunahme von Vorurteilen und abwertenden Klischees, von Ausgrenzung und Diskriminierung, aber auch von offen rassistischem Gedankengut große Sorgen und die Existenz von Magazinen wie dem unseren ist nach wie vor erforderlich. Immer noch bestimmt im Alltag vieler Medien die latente Unterscheidung zwischen dem „Wir“ der tonangebenden „Mehrheitsgesellschaft“ und dem „Ihr“ die Denk- und Schreibweise. Es ist das ausgrenzende „Ihr“, das „Migrant*innen“ zu „Randgruppen“ macht, über die man inzwischen wohl auch berichtet, die aber immer noch nicht so ganz „dazu“ gehören und deshalb in der Berichterstattung auch oft zu kurz kommen.

Medien wie dieses Interkultur-Magazin werden also wohl noch eine ganze Zeit lang gebraucht.

Ihr

Rolf Graser
(Geschäftsführer des Forums der Kulturen Stuttgart e. V.)