Monatsmagazin

Aktuelle Ausgabe Dezember 2020 bis Januar 2021

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es sind außergewöhnliche Zeiten, die wir gerade erleben – und auch die Produktion dieser Zeitschrift ist außergewöhnlich. Wir kündigen Veranstaltungen an und berichten über sie, ohne zu wissen, ob sie zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Zeitschrift nicht längst abgesagt werden mussten. Doch so geht es allen, deren Arbeit normalerweise so etwas wie Planungssicherheit erfordert. Ganz vorneweg sind hier alle zu nennen, die normalerweise mit ihren kulturellen Angeboten unser aller Leben bereichern.

Und so halten Sie nun ein sehr dünnes Heft in der Hand – normalerweise hat unsere Dezember-/Januar-Doppelausgabe deutlich mehr Umfang. Doch hoffen wir, durch die Qualität unserer Artikel die mangelnde Quantität ausgleichen zu können.

So sehr wir unter all den aktuellen Einschränkungen leiden: wir müssen lernen, mit der Pandemie umzugehen. Wir müssen lernen mit dem Unplanbarem zu leben, ins Ungewisse zu produzieren. Wir müssen lernen, flexibel und kreativ auf immer wieder neuen Herausforderungen zu reagieren. Wir müssen lernen, Gewohntes durch Ungewohntes zu ersetzen. Wir müssen stärker auf Digitales setzen, ohne komplett im virtuellen Raum aufzugehen.

Dies alles ist wichtig und notwendig. Außerordentliche Herausforderungen erfordern sicher‚ auch außergewöhnliche Antworten. Nur eines dürfen wir nicht: uns an diese neuen Gegebenheiten gewöhnen, sie irgendwann einmal als „normal“ zu empfinden. Denn es ist weder normal noch gesund für eine Gesellschaft, wenn soziale Kontakte heruntergefahren oder gar verboten werden, wenn Begegnungen, das Kennenlernen und das Zusammensein mit Menschen, die einem bis zu eben diesem Begegnen noch fremd und unbekannt waren, unerwünscht sind, wenn Abstandhalten und Distanz unseren Alltag bestimmen. Eigentlich sollten doch Nähe und das Miteinander das Gebot der Stunde sein – leben wir doch in einer Gesellschaft, in der sich nicht nur das Corona-Virus unkontrolliert ausbreitet, sondern auch Hass und Rassismus, Ausgrenzung und Stigmatisierung.

Nein, gewöhnen dürfen wir uns an diese Zustände nicht. Und wir müssen alles dafür tun, um bald wieder in der Art von Normalität leben zu können, wie sie eine offene und solidarische Gesellschaft erfordert.

In diesem Sinne wünscht Ihnen das gesamte Team des Forums
der Kulturen ein gutes, ein besseres neues Jahr.

Ihr

Rolf Graser
Geschäftsführer des Forums der Kulturen Stuttgart e. V.

(Ältere Ausgaben des Monatsmagazins stehen Ihnen hier zum Download zur Verfügung.)