Monatsmagazin

Aktuelle Ausgabe Sommer 2019

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die aktuelle Ausgabe dieser Zeit- schrift quillt geradezu über vor Jubi- läen: von 100 Jahre Volkshochschule Stuttgart über 25 Jahre Republica del Tango, 20 Jahre Deutsch-Türkisches Forum und Stuttgart Tanzt! bis hin zu 10 Jahre Verein der mongolischen Akademiker, nicht zu vergessen, die jüngsten im Bunde: 5 Jahre Welthaus, Welcome Center, Weltcafé, Weltladen an der Planie und Engagement global im Alten Waisenhaus. Und bald kommen sicher noch weitere hinzu.

Es sind dies lauter Vereine und Institutionen, die sich alle auf die unterschiedlichste Art und Weise um unsere bunte Stuttgarter Stadtgesellschaft verdient gemacht haben, die das Leben in Stuttgart lebenswerter und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Einwandererstadt Stuttgart stabiler gemacht haben – Vereine, ohne die Stuttgart nicht das wäre, was es ist: eine weltoffene, agile und sozial engagierte Stadt. Es sind die Menschen, die diese Organisationen tragen, die allesamt zu Ehrenbürger*innen dieser Stadt ernannt werden müssten.

Ein Jubiläum feiern zu können bedeutet auch immer Kontinuität, bedeutet Durchhaltevermögen, bedeutet Nicht-locker-Lassen trotz aller Widrigkeiten, mit denen man immer wieder zu kämpfen hat. Vor allem für die jüngeren Initiativen bedeutet dies auch immer wieder anzukämpfen gegen Machtgefüge, gegen die Altvorderen, die sich schon seit Jahren an Fördertöpfen nähren und oft nur ungern ein Stück vom Kuchen an die „Neuen“ abzugeben bereit sind.

Um auf ein langjähriges Bestehen zurückblicken zu können, braucht es neben Engagement und Begeisterung kontinuierliche Fördermittel. Ohne entsprechende Zuschüsse laufen die aufopferungsvollsten Aktivist*innen über kurz oder lang ins Leere. Hiervon können gerade die vielen engagierten Migrantenvereine ein Lied singen; kontinuierliche Fördermittel sind für sie meist ein Fremdwort. Und so ist es kein Zufall, dass der nun 10 Jahre alt gewordene Verein der mongolischen Akademiker den Erfolg seines allseits anerkannten Engagements nicht zuletzt auch diversen strukturellen Fördermaßnahmen verdankt, die das Forum der Kulturen in den letzten Jahren aufbauen und weiterentwickeln konnte.

Eine stolzes Alter auf dem Buckel zu haben bedeutet aber auch, dass man in der Lage und bereit war, sich zu wandeln, sich den geänderten gesellschaftlichen Bedingungen zu stellen. Wer nicht in der Lage ist, seine Arbeit immer wieder von Neuem kritisch zu überdenken und notfalls auch nicht vor größeren Veränderungen zurückschreckt, der wird in der Regel auch nicht alt.

So schön es ist, den Altgedienten zu danken und sie zu feiern, darf doch nie vergessen werden, neuen und jungen Initiativen zu helfen, ihren eigenen Weg zu gehen. Denn jeder, der jetzt feiert, hat auch mal klein angefangen.

Ihr

Sami Aras
Vorsitzender des Forums der Kulturen Stuttgart e.V.

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